Theater
         
 

Unter der Hungerleuchte

„Unter der Hungerleuchte“ war mein erstes eigenes Theaterstück auf der Bühne. Ich hatte davor schon ein paar szenische Sachen geschrieben - ein Stück über einen Küchenjungen in einem Toprestaurant, der unter der Spüle lebt und sich vom übrig gebliebenen Essen auf den Tellern ernährt und einen Monolog über den Untergang eines Jungen im Wochenende - hatte dann angefangen am Theater zu arbeiten, und jetzt kam die erste Regie. Zusammen mit Andreas Krämer, der spielte und die Musik komponierte, machten wir einen Abend über das Taxi. „Hungerleuchte“ heißt im Berliner Taxifahrerjargon nämlich die Fackel, das Taxischild auf dem Dach. Wenn es leuchtet, hat der Fahrer Hunger ...

Unter der Hungerleuchte

Unter der Hungerleuchte

Das Stück war eine Abfolge von Szenen mit viel Musik. Andreas spielte verschiedene Figuren. Einen bizarren Nachtclown, einen durchgedrehten Verkehrspolizisten, einen Nazi im Gokart, Berliner Witwen, eine zu junge Mörderin. Unser Stück kam gut an beim Publikum. Und die Unterstützung, die wir von den Gewerken, den Werkstätten, Ton und Licht bekamen, war grandios. Aber „Unter der Hungerleuchte“ war auch meine erste eigene Erfahrung mit internen theaterpolitischen Bedingungen. Wir machten das ganze am Nationaltheater Mannheim. Ich erinnere mich nicht mehr, wie der damalige Hausregisseur oder so genannte Oberspielleiter
und sein Leib- und Magendramaturg hießen, es waren so Typen, von denen es damals eine ganze Menge gab, die alle mit dicker dunkler Brille und kurzen Haaren rumrannten. Völlig irre, aber sie fühlten sich durch meine Anwesenheit und Arbeit bedroht. Vielleicht lag es auch daran, dass ich das Angebot hatte, dort als Regieassistent zu bleiben, was ich später ablehnte, und es machte ihnen Angst, dass ein zukünftiger Regieassistent gleich mit einer eigenen Arbeit einsteigt. Sie konnten es jedenfalls nicht vertragen, dass jemand, den nicht sie bestimmt
hatten, neben ihnen schrieb und inszenierte. Sie versuchten, unser Stück zum Scheitern zu bringen. Sie wollten mir in drohenden Gesprächen meine Inszenierung ausreden, flippten völlig aus und schrieen wie angestochen rum. Sie setzten zusammen mit dem Leiter des Schauspiels, der sich schwankend verhielt – hatte er doch der Inszenierung zugestimmt - durch, dass ich das Kostüm, das mir Heidi Hackl, die ich von Arbeiten aus Berlin gut kannte, entworfen hatte, nicht auf die Bühne brachte. Ich hatte damals noch nicht die eiserne Kraft, die nötig war, mich allen Angriffen zu widersetzen. Das änderte keinen Deut an der Inszenierung und am Publikumserfolg. Aber ich hatte mich nicht schützend genug vor die Kostümbildnerin und ihre Arbeit gestellt. Und es zeigte mir, wie interne Machtspiele laufen. Jedes Mal wenn „Unter der Hungerleuchte“ gespielt wurde, giftete mich der schwarzbebrillte Dramaturg wütend an, dass ich wohl wieder „Geld verdient“ hätte. Ich bekam natürlich meine Tantiemen. Das sind die typischen Cliquenmuster der hausinternen Grüppchen, die gerne die Bestimmer sein möchten. Ganz anders verhielt sich der Generalintendant des Hauses. Er mochte das Stück und legte eigenhändig Werbezettel in den Taxen aus, wenn er mit dem Taxi fuhr. Andreas spielte später wieder in einer Inszenierung des Hausregisseurs. Und was sagte der an einer Stelle? „Andreas, spiel das so, wie du es in der Hungerleuchte getan hast, diese Haltung da am Anfang, bei diesem irrwitzigen Clown, die war so gut!“

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Hier ein paar Ausschnitte aus
„Unter der Hungerleuchte“:

Alle Downloads stehen Ihnen im
MP3-Format zur Verfügung.
Alle Stücke sind komponiert von
Andreas Krämer
Alle Kompositionen sind g
emageschützt (Gema-Nr. 370825)

Es spielt: Andreas Krämer
Gesang: Andreas Krämer

Schauspieler & Bühnenmusiker
Delmestraße 133 D - 28199 Bremen

Kontakt über: www.andreas-kraemer.ch

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